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Konflikte und Zusammenarbeit haben seit der Französischen Revolution im Grenzgebiet von Saarland, Lothringen und Luxemburg vielfältige neue und grenzüberschreitende Strukturen entstehen lassen. Manche von ihnen sind heute im allgemeinen Bewusstsein verankert, viele sind es nicht. Der Blick dafür ist innerhalb dieses Raumes zudem sehr unterschiedlich ausgeprägt – nationale, regionale und interregionale Strukturen überlagern sich auch in den unterschiedlichen, bisweilen gegensätzlichen Perspektiven und Ausprägungen der Erinnerung.

Solchen Spuren wird hier nachgegangen. Architektonische Objekte sind der Leitfaden der Suche, topographisch fassbare, sichtbare Spuren, in denen sich Zusammenarbeit und Gegensätze, gute Nachbarschaft, Freundschaft und Spannungen widerspiegeln. Es sind Spuren, die eng mit Gedenken an Leid wie an Leistungen zusammenhängen. Es sind aber vor allem auch solche Spuren, deren grenzüberschreitender Zusammenhang ohne eine genauere Kenntnis der Hintergründe weniger offensichtlich ist. Gerade sie sind heute in der „kollektiven Erinnerung“ oft verschüttet. Um so mehr liegt auf ihnen ein Schwerpunkt bei der Auswahl der dargestellten Objekte.

Die Diskussion über „Erinnerungsorte“, international in Wissenschaft und breiterer Öffentlichkeit in den letzten Jahren intensiv geführt, wird daher hier in veränderter Form weitergeführt. Zum einen greift das Projekt über den nationalen oder national vergleichenden Rahmen hinaus, in dem Erinnerungsorte bislang vorwiegend diskutiert werden: Es spürt Überlagerungs- und Vernetzungsvorgänge auf. Zum andern geht es in einem engeren Sinne um konkret erfassbare „Stätten“, weniger um „Erinnerungsorte“ wie Personen, Ereignisse, Romane oder Symbole. Schließlich verweist das Projekt auf das vielfältige und oft komplizierte Erinnerungspotential, das auch und gerade weniger bekannten Stätten bei der Erfassung kultureller, wirtschaftlicher, sozialer und politischer Vernetzungen in einer europäischen Kernregion zufällt.

Die Präsentation versucht in rund 200 exemplarisch angelegten Beiträgen über meist mehrere Einzelobjekte, neun große Bereiche zu erschließen: Arbeiter-, Verbands- und politische Kultur; Dorfentwicklung; Gedenkstätten und Denkmäler; Industrie- und Gewerbearchitektur; Infrastruktur und Verkehrsarchitektur; Kultur- und Freizeitarchitektur; Militär- und Grenzarchitektur; Sakrale Bauten; Stadtentwicklung. Einleitung, die Einführungen zu den einzelnen Themenbereichen und kurze Texte zu ausgewählten Sachthemen verdeutlichen Zusammenhänge und verweisen auf übergeordnete Ergebnisse und künftige Arbeitsperspektiven.

Das Projekt ist eines der Ergebnisse des von der Europäischen Union geförderten Interreg II-Projektes „Historische Vernetzung und kulturelle Identität des Saar-Lor-Lux-Raumes. Stadt und städtische Kultur im 19. und 20. Jahrhundert“, welches die Historischen Institute der Universitäten Metz und Nancy II, des damaligen Centre universitaire de Luxembourg – heute Universität Luxembourg – sowie der Universität des Saarlandes gemeinsam duchführten.

 

Rainer Hudemann unter Mitarbeit von Marcus Hahn, Gerhild Krebs und Johannes Großmann (Hg.): Stätten grenzüberschreitender Erinnerung – Spuren der Vernetzung des Saar-Lor-Lux-Raumes im 19. und 20. Jahrhundert. Lieux de la mémoire transfrontalière – Traces et réseaux dans l’espace Sarre-Lor-Lux aux 19e et 20e siècles, Saarbrücken 2002, 3., technisch überarbeitete Auflage 2009. Publiziert als CD-ROM sowie im Internet unter www.memotransfront.uni-saarland.de.

 

 

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